Ausschreibung Bundespreis Ecodesign 2016

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Zum fünften Mal loben das Bundesumweltministerium (BMUB) und das Umweltbundesamt (UBA) den Bundespreis Ecodesign aus. Mit dem Preis sollen Produkte, Dienstleistungen und Konzepte ausgezeichnet werden, die sowohl ökologisch als auch ästhetisch herausragen. Bis zum 11. April können sich Unternehmen, Designagenturen, Start-Ups und Studierende mit ihren Einreichungen bewerben. Das Motto 2016 lautet

„Mehr als schön“

Wir wollen mit dem Wettbewerb anregen, dass die Auswirkungen unserer Konsumgewohnheiten auf die Umwelt und auf soziale Aspekte kritischer hinterfragt werden. Für die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen bedeutet das, eine langfristige und ganzheitliche Perspektive einzunehmen. Das macht Vorreiter eines guten Designs aus, die wir mit dem Bundespreis Ecodesign auszeichnen wollen (Bundesumweltministerin Barbara Hendricks)

Erneut wird der Bundespreis Ecodesign in vier Kategorien vergeben:

  1. Produkt: Für auf dem deutschen Markt erhältliche Produkte sowie Prototypen mit Marktreife
  2. Konzepte: Studien und Modellprojekte
  3. Service: Dienstleistungen und Systemlösungen
  4. Nachwuchs: Für Studierenden, Absolventinnen und Absolventen.

Bevor die Einreichungen von der interdisziplinär besetzten Jury im Original begutachtet werden, trifft ein Expertengremium des UBA und des Projektbeirates eine Vorauswahl. Die Einreichungen werden anhand einer transparenten Kriterienmatrix bewertet. BMUB und  UBA haben diese in Kooperation mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin (IDZ) entwickelt. Berücksichtigt wird der gesamte Lebensweg der eingereichten Projekte.

Bei der Preisverleihung am 28. November 2016 im Bundesumweltministerium werden Preisträger und Nominierte  geehrt, anschließend werden die Arbeiten und in einer Wanderausstellung auf Messen und in Museen präsentiert. Die Ausstellung der Preisträger und Nominierten aus dem Jahr 2015 wird am 14. März 2016 in Ludwigsburg eröffnet. Begleitend zur Ausstellung finden Workshops und Veranstaltungen statt.

Bewerbungsfrist: 11. April 2016
Bewerbung und weitere Informationen zu Wettbewerb und Ausstellung: 
www.bundespreis-ecodesign.de

Entwicklung und Durchführung:
Internationales Design Zentrum Berlin e. V. (IDZ)
 www.idz.de

Jury 2016:

  • Werner Aisslinger (Produktdesigner)
  • Prof. Anna Berkenbusch (Kommunikationsdesignerin)
  • Andreas Detzel (Umweltexperte)
  • 
Prof. Matthias Held (Produktdesigner)
  • Dr. Thomas Holzmann (Vizepräsident des Umweltbundesamtes)
  • Prof. em. Günter Horntrich (Produktdesigner)
  • Dr. Claudia Perren (Architektin)
  • Rita Schwarzelühr-Sutter (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium)
  • Prof. Friederike von Wedel-Parlow (Modedesignerin)

Der Bundespreis Ecodesign schafft eine öffentliche Plattform für kluge Köpfe, die Produkte und Dienstleistungen so gestalten, dass sie sowohl ästhetisch als auch ökologisch überzeugen. Er ist der erste und einzige Designpreis, der ökologische und gestalterische Kriterien gleichwertig nebeneinander stellt.
(Die Präsidentin des UBA, Maria Krautzberger)

 

Persönliche Anmerkung und Ergänzung:
Die Ausstellung kommt übrigens auch nach Düsseldorf: Vom 2. bis 5. Juni 2016 auf der Messe Sustainica im NRW-Forum mit Workshop am 3. Juni 2016.

Ich finde es sehr gut, daß es diesen Wettbewerb gibt und wünsche mir, daß das Thema der umweltverträglichen Gestaltung bei vielen anderen Gestaltern und Auftraggebern/Entscheidern im Design- wie auch im Umsetzungsprozeß eine stärkere Rolle spielt als bisher. Die bisher eingereichten und ausgezeichneten Arbeiten als Vorbilder wie auch die Informationen auf der Webseite des Wettbewerbs bieten gute Anregungen und Hilfen. Insbesondere die  Kriterienmatrix als praktische Arbeitshilfe für den Designprozeß (zur Benennung klar erkennbarer Kennzahlen zu Verbräuchen und Ressourceneinsatz). Ich freue mich, daß meine geschätzte Kollegin, die Designerin Dorothea Hess (earthCOLORS®) wieder im Beirat sitzen wird (für die ecosign Köln). Sie hat als Sprecherin der AGD Arbeitsgruppe „nachhaltiges Design“ die „Charta für Nachhaltigkeit im Design“ auf den Weg gebracht, eine Eigenverpflichtung für Gestalter (ich habe die Charta 2009 unterzeichnet). Die Charta unterstreicht unter anderem, daß wir als Gestalter in hohem Maße mitverantwortlich dafür sind, wie unsere Welt gestaltet wird. Unser Design prägt, kann Vorbild sein und neues Bewusstsein schaffen.

Schön quergedacht: Als studierte Designerin bin ich Befürworterin von Bildzeichen, die in ihrer Aussage schnell klar erkennbar sind. Bei diesem Signet tue ich mich immer noch etwas schwer, insbesondere mit dem gelben Zeichen, das links vor dem „schön“ steht.
Es liest sich für mich sehr „um die Ecke“, denn statt des mathematischen „mehr als“-Zeichen sehe ich eher eine römische Vier… (wäre es der vierte, statt des fünften Wettbewerbs würde das passen). Zumal durch das Logo des Wettbewerbs sich rechtsbündig unterhalb der Wortes befindet (und der Betrachter in seinem Sehverhalten nach unten gelenkt wird).

Aber vielleicht mag das auch ein Aspekt beim ökologischen Designprozeß sein. Design befasst sich mit der Auswahl und Gestaltung der „guten“ (schönen) Form. Ökologisches Design geht einige Schritte weiter, denn es muß des öfteren weiter gedacht werden –  beispielsweise bei der Beachtung der Live-Cycle, der Lebenskreisläufe des Produkts/der Gestaltung, ihrer eingesetzten Materialien und Ressourcen, Verwendbarkeit, usw., die auch als Faktoren den Designprozeß beeinflussen. Möglicherweise fällt auch die Entscheidung, auf die Gestlatung eines bestimmtes Produkts oder Services zu verzichten beziehungsweise dafür eine ganz andere Lösung zu entwickeln. Es ist in jedem Sinne mehr, als nur ein Produkt/Service „anzuhübschen“.

Von daher passt das mathematische Zeichen vielleicht doch ganz gut in diese Signetform. Denn Ökodesign ist weit mehr als „grüner“ Anstrich. Passend auch hier der Einsatz der Farben gelb (auch wenn es teiulweise wenig kontrastiert), grau und Violett und der modernen Schrift, der Verzicht auf den Einsatz (inzwischen zu) oft gesehener Bildwelten (wie beispielsweise Planet Erde, grünem Blatt, Windrad, Sonnenblume, glücklich in Wiese herumspringendem Kind, Fußsohle, usw.)

Der Denkprozeß dauert an… ebenso die tägliche Herausforderung mit dem Thema. ;-) Ich wünsche dem Wettbewerb einen guten Verlauf und bin neugierig auf die Arbeiten!

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