PARKing Day

An diesem Freitag ist »PARKing Day«. Es findet immer am dritten Freitag im September statt. Er ist ein Aktionstag zur Re-Urbanisierung von Innenstädten, z.B. nutzt man einen öffentlichen Parkplatz nicht zum Parken eines Autos, sondern mal ganz anders. Das können aufwendige und ganz einfache Dinge sein: ein temporärer Garten in Kisten, ein Open-Air-Wohnzimmer mit gemütlichen Möbeln, ein Kinderspielplatz mit Sandkasten, Fahrradstellplätze (die zeigen, wie viel Platz ein PKW in Relation zu vielen Rädern braucht!), ein temporärer Konferenzraum, eine Tischtennisplatte (mit einem dünnen Ballschutz) würde auch drauf passen, ein Minigolfparcours, und vieles mehr…

Der Verkehrsclub Deutschland VCD plant in Düsseldorf beispielsweise eine Aktion in der Grupellostraße 3. Das ist noch nicht viel für eine Landeshauptstadt, aber mit vielen kleinen Schritten kann man anfangen. Ich schau da mal vorbei… und wer weiß, bestimmt entsteht nächstes Mal mehr…

Durch eine Diskussionsrunde, die sich zu dem Thema entspann, erfuhr ich, daß beispielsweise in Stuttgart der Parking-Day schon ziemlich verbreitet ist und in diesem Jahr auch das Projekt Mobilitätsschule (siehe fb Gruppe) dabei sein und alternative Mobilitätsangebote zum Testen bereitstellen wird. Dort wurde auch überlegt, durch sogenannte »Parklets« den Tag zu verlängern. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Bezirksbeiräte, die man frühzeitig mit einbeziehen sollte. Die Stuttgarter haben zu dem Thema ein hilfreiches Infoblatt erarbeitet und freuen sich über kreativen Austausch von Ideen und Leuten, die mitmachen! Eine der Akteurinnen in Stuttgart befasst sich intensiver mit dem Thema Raumerfahrung und Wahrnehmung von Räumen, die sich im Zuge von Transformationsprozessen ändern, und möchte sogar ihre Doktorarbeit darüber schreiben. Mich würde interessieren, was daraus wird!

Mein Idee als ein Schritt in die Richtung könnte es sein, regelmäßig bei Straßenveranstaltungen vorzusehen, die Parkbuchten so einzubeziehen, daß die sichtbar Parkbucht sind, sie aber als erweiterter Raum genutzt werden. Bei der »Büchermeile« z.B. auf der Königsallee in Düsseldorf, wo ich wohne, standen dort Sitzgelegenheiten wie Liegestühle u.a.für eine temporäre Bühne. Das unterschied sich deutlich von Straßencafés. Auf der Straße war weiterhin Platz für fahrende Autos (die Allee war also nicht komplett gesperrt). Durch das Provisorische wurde klar, daß es ein temporärer Straßenraum ist. Für einige war es aber eine neue Erfahrung, dieser neue Raum.

Obwohl dieses Jahr nicht dabei, verfügt auch Green-City-Stadt München  über etliche Erfahrungen mit dem PARK(ing) Day. Und in Nürnberg findet er zum dritten Mal statt:  beispielsweise ist der Obstmarkt einer der Orte.

Weitere Orte des PARKINGDay in NRW:

  • Bonn Stockenstr./Ecke Rathausgasse 12–20h
  • Münster Hasrcampstr./Lothringerstraße 13–18h
  • Köln – da werden sogar ganze Ringe freigemacht!
  • Osnabrück
  • Mülheim
  • Aachen

weitere NRW-Termine u.a beim VCD NRW https://nrw.vcd.org/service/termine/ und VCD und bei Twitter z.B. https://twitter.com/oekomobil (da wird gerade gesammelt, wer alles wo in NRW mitmacht!)

Und Sie/ihr so?

p.s. Ebenfalls heute startet auch die Europäische Woche der Mobilität vom 16. bis 22. September.
Noch ein Tipp für Sonntag: Es passt zeitlich gerade gut, daß ab dem 17.9. die 10. Karma Konsum Konferenz stattfindet.  Eine der 50 Vortragenden ist Dr. Christa Müller am 19.9. ab 18 Uhr, die sich bei Anstiftung Ertomis auch mit solchen Effekten, die über eine reine Begrünung im Stadtraum zu tun haben, hinaus befasst.

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