Schlagwort-Archive: Siegel

Mehrwert statt Müll! – »Sustainable Packaging 2012«

Vertreter aus Handel, Industrie und Beratung tagten am 14. und 15. Juni in Köln bei der Euroforum Konferenz Sustainable Packaging 2012 über die Anforderungen an nachhaltigere Verpackungen. Denn an ihr entscheidet der Konsument, wie nachhaltig ein Unternehmen für ihn ist. Firmen begreifen sie als zentrales Kommunikationsmedium, bei dem zur Bewertung auch immer das gesamte Verpackungssystem betrachtet werden muss zusammen mit dem Inhalt.

Weiterlesen

Öko-Weihnachtsbäume

Auf der Webseite von Robin Wood gibt es eine PDF-Liste mit Adressen, die Weihnachtsbäume aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen in Deutschland anbieten. Verbraucher erkennen sie am Zertifikat der Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, Forest Stewardship Council (FSC) sie sind aber auch Bio-Landwirten erhältlich (Bio, Demeter, Naturland oder Bioland können die Siegel auch heißen). Etwa 260 Betriebe in Deutschland sind für diese Öko-Weihnachtsbäume zertifiziert.

Eigentlich logisch, daß Bäume, die nicht aus einer reinen Monokultur stammen, sondern bei der Durchforstung in heimischen Wäldern anfallen ökologisch sinnvoller sind. Um Platz für weiter wachsende Bäume zu schaffen müssen Bäume in jungen Waldbeständen wenigstens alle zehn Jahre weichen. Der Marktanteil der ungespritzten, ökologisch gezogene Weihnachtsbäume, die ebenfalls aus Kulturen stammen liegt bisher bei etwa einem Prozent. Sie sind etwas teurer, aber auch auch besser fürs Raumklima (wegen des Verzichts auf Spritzmittel).

Von Bäumen mit Ballen ist abzuraten, da beim Entnehmen dem Boden Ackerkrume entzogen wird (was bei einer Hanglage logischerweise sogar die Erosion fördert) und Bäume, die eine Zeit in einem warmen geheizten Raum standen in der Regel schlecht wieder anwachsen. Regional geschlagene Bäume bleiben in der Regel länger frisch und wenn der Baum im Raum steht sollte er ausreichend mit Wasser versorgt werden.

Alternativen: Zweige statt Baum (sieht auch als Flügelform in einer Türzarge schick aus) oder andere, bereits existierende Bäume schmücken, z.B. den Buxbaum oder eine Palme (passt vielleicht auch besser zu Betlehem als Nordmanntanne, Blaufichte oder Edeltanne). Von Kunststoffbäumen ist abzuraten, die nicht umweltfreundlich hergestellt werden und ebenso schlecht recycelt werden können.

Kerstbomenbosje in Vernlo im Q4
In Venlo läuft seit einem Jahr eine interessante Aktion: Im Kreativviertel Q4  wurden im letzten Jahr in einer gemeinsamen Aktion Weihnachtsbäume mit Namen versehen auf eine Brache mitten in der Stadt gepflanzt (an Bolwaterstraat und Lichtenberg): Zu diesem Weihnachten werden die Bäume aus dem Kerstbomenbosje (deutsch Weihnachtsbaumwäldchen) wieder in die Häuser geholt und wahrscheinlich (am 8. Januar 2012?) wieder zurückgepflanzt. An dem Platz ist übrigens auch ein Schild für die Besucher, die sich über die kleine Kultur auf der Brache wundern und jeder Baum hat den Namen des Besitzers. Die Bäumchen machten im Sommer einen halbwegs fitten Zustand, einige waren eingetrocknet, aber andere schienen gute Chancen auf ihre »tweede Kerstmis« zu haben. Nebenan befindet sich übrigens auch das Büro des Cradle-to-Cradle Kollektivs Koekoek.

11.11.11 – Jeck auf Oeko? FSC-Pappnasenalarm und anderes

11.11.2011 – ein besonderes Datum!

Wir haben das Internationale Jahr der Wälder, heute ist zwar nicht FSC-Friday, aber Freitag ;-) und am 11.11.2011 starten viele um 11 Uhr 11 in den Karneval. In Köln befasst sich das Motto der aktuellen Session mit der Pappnas. Wo sind sie, die Pappnasen aus FSC-Papier oder die mit dem Blauen Engel aus Recyclingpapier?

Meine 4R2s (= reduce, reuse, recycle, regional, seasonal, sustainable) im Karneval:

reduce = z.B. weniger Kamelle, dafür aber leckere und qualitativ bessere,
beispielsweise Faire Kamelle, die gibt es beispielsweise bei www.rfz-rheinland.de und www.gepa.de.

reuse = statt immer neu kaufen (und oft mit viel Billigware):
das schicke Karnevalskostüm früherer Jahre von einem geschickten Schneider oder Schneiderin umarbeiten lassen (falls sich das Feinkostgewölbe weiter ausgebildet haben sollte oder die Diät durchschlagenden Erfolg verbucht hat ;-), im Secondhand, auf dem Trödel etwas Schräges kaufen und anpassen lassen, zum Kostümverleih gehen. Oder als Vorschlag für die nächste Session: Bei einem Theater am Tag der Offenen Tür oder Theaterfest (oft zum Spielzeitende/ -beginn) ein tolles Theaterkostüm ersteigern…

recycle = siehe reuse,
alternativ Kostümbau aus Gegenständen im Haushalt: Backformen für Space-Verkleidung, Kunstblumen, Umverpackungen, CDs, Helferlein wie z.B. Gurkenheber oder Schuhlöffel, Duschvorhang, Einwickelpapier… geht alles mit etwas Phantasie…

regional = statt zum Karneval in Venedig oder Rio zu jetten mit dem ÖPNV in die nächste Karnevalsstadt. Das spart CO2-Emission, Stress bei der Parkplatzsuche und schont unter Umständen Geldbeutel (und Führerschein). Und es gibt bereits viele Anbieter schöner Werbe- und Dekorationsartikel – made in Europa und Deutschland!

seasonal = statt zum Karneval nach Venedig / Rio zu jetten: Zumindest in den deutschen Karnevalshochburgen ist ab jetzt Saison! Die Vorbereitung dafür laufen über das gesamte Jahr. Wer dem entfliehen möchte muß nicht zwingend ans Ende der Welt, es gibt tolle Orte jenseits des Karnevals (z.B. in der Eiffel, vom Rheinland aus gesehen ;-). Die Erntezeiten listen beispielsweise Saisonkalender.

sustainable = Es gibt bereits Karnevals-Vereine, die umweltfreundliche Aspekte erfolgreich umsetzen, beispielsweise Jecke Fairsuchung e.V. Aber auch jeder einzelne kann dazu beitrage:
Durch das Organisieren von Fahrgemeinschaften zu Veranstaltungen. Oder Ideen bei der nächsten Versammlung für das gemeinsame Feiern, z.B. mit genauer Planung des Caterings (Menge,  saisonale & regionale Produkte, Bio- und Fairsiegel), mit fairen und  Bio-Produkten, wie Kaffee, Sekt, Orangensaft. Eine große Flasche Hochprozentiges aus der Region statt der Batterie an Minifläschchen. Bis zum Ende: Fürs Kater- und/oder Aschermittwochessen Fisch, der so gefangen wurde, daß sich die Bestände erholen können (vom Fischhändler Ihres Vertrauens, der Fangmethoden und Herkunft seiner Ware nennt oder mit MSC-Siegel. Eine Orientierung gibt beispielsweise der Fischratgeber von Greenpeace).

Die Sammelbestellung mit T-Shirts, Mützen o.ä.: Es gibt Anbieter von Textilien aus Biobaumwolle, die nicht nur eine besserer Qualität haben, also länger halten, sondern auch weniger schnell allergische Raeaktionen auslösen. Ebenso gibt es feine Business-Hemden aus Biobaumwolle, made in Germany und sogar festliche Abendkleider. Orientierung geben Siegel wie GOTS, IVN, TransFair und Lieferanten wie z.B. memo.

Allein umweltfreundliche Printproduktion (zum Beispiel Plakate, Banner, Poster, Einladungskarten) bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten… In dem Fall wenden Sie sich an Designer, die sich mit dem Themenfeld befassen (und Kontakte zu Produzenten, Druckereien und Papierherstellern haben). Beispielsweise gibt es die Charta für nachhaltiges Design der AGD (Allianz deutscher Designer). Die Charta-Unterzeichner haben sich verpflichtet, nach Aspekten der Nachhaltigkeit zu gestalten.

Ich arbeite nach umweltfreundlichen Designgrundsätzen und berate Sie gern, kontaktieren Sie mich einfach!